27.04.2020

Hallertauer Hopfenbauern in Not - Azubis aus dem Allgäuer Brauhaus leisten Kletterhilfe

Allgäu, 27. April 2020. Den Bauern fehlen in der Corona-Krise wegen der Einreisebeschränkungen für Saisonarbeiter die helfenden Hände – auch den Hopfenlandwirten in der Hallertau. Allein dort arbeiten normalerweise 10.000 Saisonkräfte, die jetzt ausbleiben. Drei Azubis aus dem Allgäuer Brauhaus sind deshalb freiwillig im Einsatz, um Kletterhilfe für das „grüne Gold“ zu leisten.

Ohne Hopfen kein Bier. Für Leonie Mayr, Tobias Stotz und Tobias Kössel genauso unvorstellbar wie für die Liebhaber der Allgäuer Brauhaus Biere. Deshalb haben sich die drei Azubis freiwillig zum Hilfseinsatz gemeldet: Seit dem 27. April sind sie bei Familie Stanglmair in Reichertshausen/Landkreis Pfaffenhofen, um den Hallertauer Hopfenbauer in den kommenden Wochen zu unterstützen.

Ihre Aufgabe: Die Hopfentriebe um zuvor gesteckte, meterhohe Drähte im Uhrzeigersinn wickeln, damit die Pflanzen bis zur Ernte im Spätsommer daran nach oben ranken können. Das ist sehr arbeitsintensiv, weil es flott gehen muss, ein Hopfentrieb wächst am Tag bis zu 20 Zentimeter.

„Auch wenn wir selbst für jede helfende Hand in unserer Braustätte dankbar sind, denn die Nachfrage nach unseren Allgäuer Brauhaus Bieren im Handel ist erfreulich gut, für unsere Azubis ist das Ehrensache, Kletterhilfe zu leisten. In der Not unterstützen wir gerne“, so Thomas Wieczorek, Betriebsleiter im Allgäuer Brauhaus.

Während die Azubis für voraussichtlich zwei Wochen in der Hallertau sind, zahlt die Allgäuer Traditionsbrauerei ihren Lohn weiter. Thomas Wieczorek: „Auch das ist für uns selbstverständlich, während die Hopfenbauern dann Kost und Logis stellen.“ Für die Einhaltung der gebotenen Verhaltensregeln werde man bei der Unterkunft sorgen, so die Zusicherung. Auch bei der Arbeit sei das kein Problem, da die einzelnen Hopfenreihen bis zu drei Meter voneinander entfernt sind.

Thomas Wieczorek: „Bayern hält Abstand und trotzdem zusammen – und das ist in diesen Zeiten doch eine gute Nachricht.“


Über die Hallertau
Das Dreieck zwischen Ingolstadt, Freising und Kelheim ist mit 2.400 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Im Jahr 2019 wurden dort rund 42.000 Tonnen Hopfen geerntet. Das macht 86 Prozent der deutschen Hopfenernte aus.

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